Eine Zusammenfassung mehrerer Tage/Wochen:
21.07.2026
Heute wollte ich mich, um mit dem Wartburg weitermachen zu können, um die Hebebühne kümmern. Die hatte sich ja die letzten Male immer selbstständig abgesenkt. Also wollte ich mal den Steuerblock reinigen und neu abdichten, mit Hilfe des Dichtungssatzes, den ich mal gekauft hatte. Die erste Schwierigkeit war: Wie kriege ich die Kolbenstange gelöst und wie den Steuerblock? Beim Steuerblock war es nicht so schwer. Die beiden Hohlschrauben an den Hydraulikleitungen lösen, die ganz große Hohlschraube lösen, die zudem den Steuerblock am Rahmen hält. Die Kolbenstange konnte ich durch einfaches Drehen oben aus dem Gewinde lösen und ich legte dann den Steuerblock samt Kolbenstange auf den Tisch. Dann entfernte ich noch die übriggebliebene Schraube. Darin verborgen war eine Feder und eine 10mm Stahlkugel. Es sah mir alles sauber aus. Dennoch reinigte ich alles mit Papiertüchern und Kaltreiniger und Ohrtupfern.
Bei dem Dichtungssatz sah die Sache schon anders aus. Da waren 2 kleine Kupferdichtungen dabei, für die ich keine Verwendung hatte und dafür fehlten 2 etwas größere Kupferdichtungen. So ein Scheiß. Die Kolbenstange ließ ich erstmal im Steuerblock drin, weil ich befürchtete, dass mir ansonsten die Feder um die Ohren fliegt und ich das nicht mehr montiert kriege.
Ich baute irgendwann alles wieder zusammen, achtete auch darauf, dass ich eine der ganz großen Kupferdichtungen von hinten über die ganz große Schraube mache, sodass sich diese Dichtung zwischen Rahmen und Steuerblock befindet. Dann noch die Kolbenstange oben rein drehen und fertig soweit.
Test. Pumpe lief, es trat kein Öl aus. Ich wollte die Bühne anheben, doch der Bedienhebel ließ sich fast gar nicht bewegen, in keine Richtung. Außerdem sah ich, dass nun Öl unten raus kam. Alles aus. Die große Dichtung, auf die ich doch extra geachtet hatte, war wohl bei der Montage runtergerutscht und runtergefallen. Na toll. Also wieder alles ab und wieder dran. Diesmal kam zwar kein Öl mehr oder kaum noch, aber der Bedienhebel ließ sich dennoch kaum bewegen. Trotzdem hob ich den Wartburg bis zur ersten Raste des Sicherungsbolzens hoch und ließ die Bühne dann so.
Ich schaute immer wieder mal nach der Bühne. Und sie hatte sich nicht selbst abgesenkt. Ich freute mich. Aber die Sache mit dem Bedienhebel nervte mich. In den Foren und Anleitungen war auch die Rede von einer 2. Kugel, die nur 9mm groß ist und in der Hohlschraube an einer der beiden Hydraulikleitungen sitzt. Aber ich hatte keine Kugel gefunden bei der Demontage. Mmh, vielleicht weggekullert? Irgendwie machte das auch Sinn mit der Kugel, denn die Hohlschrauben haben 3 Löcher drin, d.h. wenn da eine Kugel ein Loch verschließt, fließt das Öl mal den einen Weg und mal den anderen Weg. Und ohne Kugel drückt Öl gegen Öl gegen Pumpe und der Hebel lässt sich kaum bewegen. Klingt logisch. Also bestellte ich heute noch 500 Kugeln a 9mm, für 11 Euro. Was ich mit 499 übriggebliebenen Stahlkugeln machen soll, wusste ich nicht.
Bis zum Abend hatte sich die Bühne nicht gesenkt.
22.07.2026
Am Nachmittag widmete ich mich wieder der Hebebühne, denn die 500 Stahlkugeln waren gekommen. Ich brauchte nur eine. Ich tat sie in die eine Hohlschraube, von der ich meinte, es wäre die Richtige. Doch das Ergebnis war dasselbe, der Bedienhebel ließ sich kaum bewegen. Also musste ich alles wieder abbauen. Als ich das dann getan hatte, wunderte ich mich, weil die Kugel weg war. Ich würde also auch die Kolbenstange ausbauen müssen, hatte dafür ja auch Dichtungen da. Aber wie? In der Reparaturanleitung stand irgendwas von Sprengring entfernen und Kolbenstange herausziehen oder -schlagen. Wo aber sollte denn da ein Sprengring sein? Und dazu gab es ja noch eine ganz große Schraube ganz unten. War das eine Art Gegenhalter für die Kolbenstange? Ich würde sie wohl herausdrehen müssen. Aber sie ließ sich nicht bewegen. Auch nicht, als ich den Steuerblock in der Werkbank eingespannt habe - so viel Kraft hatte die nicht. Es blieb mir nur, mit dem Steuerblock in die Werkstatt zu gehen und den dortigen Schraubstock zu nutzen. Aber auch da gelang es mir nicht, die Schraube zu lösen. Mir kam eine Idee. Ich holte mir so ein 1m langes Stahl-Rechteckprofil-Rohr, aus denen ich den Schweißtisch bauen will und benutzte es als Hebel, als Verlängerung. Ich drückte wie irre, schön langsam und gleichmäßig. Und plötzlich machte es laut knack. Entweder war jetzt die Ratsche kaputt oder die Schraube lose. Letzteres war der Fall, die Schraube hatte sich gelöst.
Nun konnte ich von unten in den Steuerblock schauen und kuckte somit von unten auf die Kolbenstange. Sie war natürlich nicht irgendwo dran fixiert. Also schnappte ich mir ein Stück Gewindestange, setzte es ein und drosch mit dem Fäustel drauf. Immer langsam, Stück für Stück, kam die Kolbenstange raus. Irgendwann fiel sie einfach runter. Aber wo war die Kugel, die ich reingetan hatte? Seltsam. Sie war nicht im Steuerblock und auch nicht irgendwo an der Kolbenstange.
Doch ich sah nun, wo die Dichtungen saßen. Im Grunde genommen nur 2. Aber um die ersetzen zu können, musste die Verlängerung der Kolbenstange ab. Dummerweise aber war die mit einer Art Stift, den ich nicht rausschlagen konnte, gesichert. Es half nichts, ich musste versuchen, den Stift auszubohren. Mit der Tischbohrmaschine und dem kleinen Maschinenschraubstock kein Thema. Ich fing mit nem 5mm Bohrer an. Ich nahm das billigste Bohrerset, wo ich aber bereits die Bohrer nachgeschliffen hatte, mit der Vevor Bohrerschleifmaschine. Und siehe da, der Bohrer wurde fast von selbst durch das Werkstück gezogen. Ich war total hin und weg. Ich machte mit nem 5,5mm Bohrer weiter. Der war ebenso scharf. Das hatte nicht gereicht, ich musste noch einen 6mm Bohrer nehmen. Der schien mir nicht scharf zu sein, obwohl ich ihn als geschärft markiert hatte. Egal. Zum Schluss nochmal mit dem 5mm-Bohrer den Durchbruch bohren, fertig. Nun konnte ich die Kolbenstange von der Verlängerung trennen.
23.07.2026
Der Kolben war ja noch ausgebaut, die Dichtungen mussten noch erneuert werden. Ich nahm alles mit in die Garage. Zuerst machte ich alles sauber, so gut es ging. Dieses Gleitstück, wo es immer heißt, es muss auf der Kolbenstange leichtgängig sein, war schwergängig. Die Kolbenstange hatte ganz leichten Flugrost angesetzt. Im Grunde genommen ein Anzeichen dafür, dass die obere Dichtung eben nicht mehr 100% dicht war. Diese alte Dichtung zu entfernen, war einfach. Dann kam aber noch ein auf der Kolbenstange bewegliches Bauteil. Es bestand oder besser gesagt, es wirkte so, als bestünde es aus 2 Teilen. Aber in der Mitte war eine Nut und in dieser Nut war dieser O-Ring. Der ließ sich einfach entfernen. Wieder machte ich alles gründlich sauber, bevor ich den neuen O-Ring einsetzte. Weil er Widerstand leistete, wandte ich einen Trick an: Ich nahm einen Bindfaden und zog den O-Ring damit in seine Nut. Das war kinderleicht. Oben, auf diesem scheinbaren Zweiteiler war auch eine Dichtung, eine Art Simmerring. Den konnte ich ganz gut mit nem Schraubendreher aushebeln. Saubermachen, neue Dichtung rein, fertig. Es fehlt nun noch das Gleitstück. Da wollte die neue Dichtung einfach nicht rein. Was ich auch versuchte, auch mit dem Bindfaden, klappte nicht. Auch meine Frau hatte keinen Erfolg. Sie half mir aber auf die Sprünge. Sie meinte nämlich, die neue Dichtung sei ein wenig größer als die alte. Also suchte ich die alte Dichtung. Sie lag unterm Wartburg. Wir legten sie aufeinander. Ein ganz klein wenig größer war sie, aber das sollte nichts ausmachen. Doch beim Vergleich fiel mir auf, dass an der alten Dichtung noch Reste der originalen grünen Farbe waren. Also musste die Dichtung andersrum rein! Na, das hat dann natürlich funktioniert. So weit, so gut. Der Steuerkolben war nun neu abgedichtet und konnte wieder in den Steuerblock. Dafür brauchte ich teilweise Gewalt, musste das Teil hinein schlagen. Ich behalf mir dabei zuerst mit einer Nuss, später dann mit einem Steckschlüssel. Als nun der Kolben fertig drin war, konnte der Sprengring wieder rein.
Aber hier war wieder das alte Problem, dass meine beiden Sprengringzangen für Außensprengringe waren, nicht für Innensprengringe. Also wollte ich zu Bauhaus, um zu schauen, ob sie dort eine passende Zange haben. Ich fand bei Bauhaus tatsächlich eine Zange für Innensprengringe.
Zurück zuhause, konnte ich mit der neuen Zange den Sprengring einsetzen. Der Steuerblock war nun meiner Meinung nach fertig. Aber in welche Öffnung sollte die 2. Kugel, die 9mm Kugel, hinein? Ich tat sie einfach in jene Öffnung, die innen wie ein Kugelsitz geformt war. Ich schraubte den Steuerblock an den Rahmen, befestigte die Hydraulikleitungen, zum Schluss die Stange für den Bedienhebel. Dann kam der große Moment. Ich schaltete die Hebebühne ein. In dem gleichen Moment fuhr sie plötzlich von selbst hoch. Schnell wieder ausgeschaltet. Mist. Nächstes Problem: Sie ließ sich nicht absenken. Mist. Mir reichte es. Ich machte für heute Schluss.
24.07.2026
Heute Morgen suchte ich nochmals in der Facebook Gruppe "Lunzenau Hebebühne Erfahrungen,Tipps", nach meinem Problem. Und fand sofort einen Beitrag, mit Fotos, wo erklärt wurde, wo genau welche Kugel hinkommt und - ganz wichtig - dass der Kolben beim Einbau ganz unten sein muss.
Ich ging in die Garage, baute den Steuerblock wieder ab. Dabei lief Hydrauliköl aus dem Arbeitszylinder aus, wodurch sich die Hebebühne senkte. Nun holte ich mir eine Einhandzwinge und drückte den Kolben damit ganz nach unten. Dann setzte ich den Vierkant, die 10mm Kugel, die Feder und die Blindschraube ein. Nun hoffte ich, dass ich den Steuerblock mit angesetzter Einhandzwinge montieren kann. Konnte ich. Zum Glück. Dann setzte ich die 9mm Kugel in die Druckleitung ein, zog die Hohlschraube fest, befestigte noch die Rücklaufleitung, zog nochmals sämtliche Schrauben fest, montierte die Stange für den Bedienhebel, wischte mir die Hände ab und dann kam der große Moment:
Ich schaltete ein. Die Bühne fuhr schon mal nicht von selbst hoch. Ich drückte den Bedienhebel. Die Bühne hob sich. Ich zog den Bedienhebel hoch. Hier musste ich bis zum oberen Anschlag ziehen. Dann senkte sich die Bühne. Zwar sehr schnell, aber immerhin. Ich hob den Wartburg nochmals hoch, ließ die Bühne bis zur 1. Raste des Sicherungsbolzens fahren, senkte sie nochmals ab, fuhr sie erneut bis zu dieser Position, ließ den Sicherungsbolzen einrasten und schaltete aus. Nun würde ich beobachten, wie sie sich weiter verhält. Ob größere Mengen Hydrauliköl austreten, ob sie sich von selbst senkt usw. Wobei ich gelesen hatte, dass das selbstständige Absenken normal sei, dass die allerwenigsten Bühnen das nicht machen.
Gegen Abend ging ich wieder in die Garage und begann mit Aufräumen und Saubermachen. Ich fuhr die Bühne mit dem Wartburg drauf auch mal bis ganz nach oben, also bis zu der Stelle, wo dies in der Garage möglich war. Das funktionierte auch. Aber die Bühne begann sofort, sich von selbst zu senken. Ich führte das auf zu wenig Hydrauliköl zurück, denn bei den vielen Demontagen und Montagen ist ziemlich viel davon verlorengegangen. Leider hatte ich keins mehr vorrätig, konnte es nicht auffüllen. Aber ich machte einen weiteren Test: Ich fuhr den Wartburg nur bis zur Hälfte hoch. Das hielt die Hydraulik problemlos, ohne sich zu senken. Schon mal ein gutes Zeichen.
26.07.2026
Ich füllte das inzwischen gekaufte Hydrauliköl bei der Hebebühne nach. Sie hatte sich weiterhin nicht von selbst abgesenkt. Ich wunderte mich aber, dass ich einen ganzen Liter nachfüllen konnte. Danach fuhr ich die Bühne mit dem Wartburg drauf so weit nach oben, wie es in der Garage möglich war. Sie senkte sich auch in dieser Position nicht mehr von selbst ab.
Später, beim Frühstück, bemerkte ich, dass ich einen riesengroßen, dummen Fehler gemacht hatte: Ich habe das Hydrauliköl nachgefüllt, während die Bühne in halber Höhe stand. Das heißt, es war schon eine beachtliche Menge Öl im Arbeitszylinder! Deshalb so wenig Öl im Tank! Oh nein! So ein Mist! Mist! Mist! Wenn ich die Bühne jetzt ablassen würde, würde der Tank überlaufen.